Wasser- und CO²- Speicher Regenwald
Was heißt Regenwald?
- Riesengroße Bäume, die seltsamsten Pflanzen, wunderschöne Blumen, herrlich farbenfreudige Tiere und dazu viel Regen und warme Temperaturen - das alles gehört zum Regenwald.
- Die Regenwälder befinden sich in den Tropen am Äquator. Dort gibt es keine Jahreszeiten - es ist das ganze Jahr über Sommer. Die Laubbäume verlieren deshalb auch nicht wie bei uns ihre Blätter - es ist immer grün.
Geographie

Regenwälder befinden sich am Gürtel des Äquators. Sie lassen sich in tropische Feucht- und Monsunwälder sowie in tropische Regenwälder unterscheiden.

Fast 60 % des Regenwaldvorkommens liegt in Mittel-und Südamerika.

Die derzeitige Landmasse Regenwald macht nur noch rund 6% weltweit aus. In Ihr leben aber 90% aller Tier- und Pflanzenarten auf unserem Planeten. Derzeit sind dort erst ca. 1 % aller Tier - und Pflanzenarten wissenschaftlich dokumentiert. Die ursprüngliche Landmasse des tropischen Regenwaldes lag 1950 bei ca. 30%.
Wasserspeicher Regenwald

Besonders im Amazonas-Regenwald befindet sich ein enormer Wasserspeicher. Es regnet dort sehr viel. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 500 - 1000 cm pro m² und pro Jahr. In einigen Gebieten wurden sogar bis 2000 cm pro m² pro Jahr gemessen.


Der Wasserkreislauf im Regenwald funktioniert einfach. Passatwinde bringen Wolken in das Amazonasgebiet. Diese regnen ab und bringen knapp 30 % des Wassers in den Regenwald. Davon verdunsten 74 %, durch die hohe Sonneneinstrahlung am Äquator und der Regenwald bildet wieder eigene Wolken. Das Wasser regnet ab und fließt zu 26 % zurück ins Meer; der überwiegende Teil verdunstet und bildet neue Wolken.

Der doppelte Effekt des Wasserkreislaufs findet sich im Amazonasbecken wieder.Die Regenwolken ziehen Richtung der Anden und stoßen dort an die Gebirgskette. Da sie die Anden nicht überwinden können, ziehen sie wieder Richtung Amazonasbecken.Dort regnen sie sich wieder ab, wodurch dem Regenwald das gesamte Wasser erhalten bleibt. Von dort geht es wieder in den Wasserkreislauf des Regenwaldes über.
Der Nährstoffkreislauf des Tropenwaldes

In Amazonien bildet der tropische Regenwald ein riesiges (fast) geschlossenes Nährstoffsystem. Das an Ionen sehr arme Regenwasser entzieht den Bäumen beim Durchtritt durch das Blätterdach über deren Blätter Nährstoffe (Osmose).
Die Nährstoffe, im Wesentlichen die Elemente Phosphor, Kalzium, Kalium und Magnesium, die nicht gleich wieder von Epiphyten aufgefangen werden, gelangen so mit dem Regen auf den Urwaldboden. Zusätzliche Nährstoffe liefern herabfallende Pflanzenteile (Streu), die auf dem Boden zersetzt werden und Nährstoffe freigeben. Dort treffen die Nährstoffe nicht auf eine dicke, speichernde Humusschicht, sondern auf ein dichtes, ja fast lückenloses Wurzelgeflecht aus Baumwurzeln und Wurzelpilzen. Dieses Geflecht sorgt dafür, dass die Nährstoffe sofort wieder aufgenommen werden ( bis zu 80%) und nicht einfach im Boden versickern und über die Flüsse ausgeschwemmt werden.
Die Nährstoffe sind also größtenteils in der Vegetation (in den Bäumen) gespeichert und nicht im Boden. Kurz: ein sehr effizientes Recycling-System. Die Nährstoffe zirkulieren beständig im System, nur wenig geht verloren und wird als dünne Humusschicht gebildet (ca. 20%).

Durch den geschlossenen Nähstoffkreislauf, bildet sich im Regenwald nur eine 15 - 30 cm dicke Humusschicht.Da die Wurzeln aber nur an der Oberfläche ihre Nährstoffe entnehmen, gelangen sie nicht in die nährstoffreichen Gesteine, die sich bis 20 Meter tief befinden.

Wieviel CO² bindet ein Tropenbaum?
Während in Mitteleuropa ein Baum durchschnittlich etwa 10 kg CO² pro Jahr absorbiert, liegt dieser Wert in den Tropen wesentlich höher. Man rechnet mit einer jährlichen Absorption pro Tropenbaum von 30 kg CO² . Diese höhere Absorption liegt unter anderem daran, dass die Bäume hier wesentlich schneller wachsen.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die " ROTE LISTE" der IUCN
UN- Klimabericht
Jede vierte Tierart könnte aussterben. Innerhalb der nächsten acht Jahre müssen die Weichen für ein Abwenden der drohenden Klimakatastrophe gestellt werden. Es droht eine sechs Grad höhere Durchschnittstemperatur. Die Forscher schreiben alle bedrohte Arten auf eine "Rote Liste". Sie soll die Menschen warnen. Denn viele Tiere sind vom Aussterben bedroht, weil die Menschen ihnen ihren Lebensraum wegnehmen.

Das Spitzkrokodil(Crocodylus acutus)
Durch intensive Bejagung sowie dem Handel mit Spitzkrokodilhäuten ist der Bestand im karibischen Raum weit zurückgegangen.
Viele regionalen Bestände dieser faszinierenden, bis zu 7 Meter langen Echse sind komplett ausgerottet, andere sehr stark geschwächt.
F.A.W.N. setzt sich für die Erhaltung des natürlichen Lebensraumes durch Organisation neuer- und Unterstützung bestehender Schutzprojekte ein.
Zudem fordern und kontrollieren wir in dem betreffenden Gebiet die strikte Einhaltung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und der Konvention über den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten (CITES).
Denn wo die Nachfrage nach einem Tiererzeugnis wegfällt, existiert auch keine illegale Verfolgung der jeweiligen Tierart.

Die Karibische Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata)

und
F.A.W.N. möchte durch die Errichtung von Schutzcamps in den Brutgebieten sowie Aufklärungskampagnen für die einheimische Bevölkerung aktiv gegen die Ausrottung dieser Tiere vorgehen.
Der Westindische Manati (Trichechus manatus)

Weltweit gibt es nur vier Arten dieser Säugetiere - den Dugong, den Amazonasmanati, den Westafrikanischen Manati und den oben genannten Karibikmanati. Die ältesten Fossilienfunde sind 50 Millionen Jahre alt. Nur alle 2 Jahre gebären sie 1 Junges.
Ihr sehr schmackhaftes Fleisch und ihre träge Wesensart machen sie sehr anfällig auf die Bejagung durch den Menschen. Jedes Jahr verfangen sich ungezählte Manatis in Fischernetzen und ertrinken, weil sie nicht mehr zum Aufatmen an die Wasseroberfläche gelangen können. Auch durch ihre geringe Fortpflanzungsrate stehen alle 4 Arten auf der "Roten Liste" und gelten als stark gefährdet.
F.A.W.N. entwickelt Schutzprojekte und trägt zur Auklärung der einheimischen Bevölkerung bei - für den Erhalt dieser behäbigen Tiere.

Südamerikanische Ara (Papageien) - Arten
Arakangas (Ara macao)
Die in Südamerika heimischen Papageien sind als Haustiere begehrt. Die ersten Exemplare wurden von spanischen und portugiesischen Seefahrern zu Beginn des 16. Jh. nach Europa gebracht. 16 bekannte Ara-Arten leben in den Tropenwälderen zwischen Zentralmexiko und dem nördlichen Argentinien. 9 Arten sind mittlerweile stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Der Schwarzhandel mit exotischen Papageien hat sich mittlerweile zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Goldsucher dringen in die Nebenflüsse desTambopata-Gebietes ein und die unberührten Wälder sind ein Eldorado für Holzfäller. Die Ausfuhr gefangener Regenwaldvögel ist in Peru zwar seit 1973 verboten, aber die Wildnis im Tambopata-Candamo liegt zu abgelegen und damit ideal für den illegalen Vogelfang.
F.A.W.N. unterstützt das Tambopata-Forschungszentrum und beteiligt sich an der Ausbildung und finanziellen Unterstützung einheimischer Wildhüter.
Der Jaguar


In den Südstaaten der USA ist der Jaguar im Lauf der letzten 130 Jahre ausgestorben: In Kalifornien wurde 1860 letztmals ein Jaguar geschossen, in Texas 1946 und in Arizona 1949. Verantwortlich hierfür war sein schlechter Ruf als «Viehdieb». In den 1960er Jahren wurde er dann in Mittel- und Südamerika wegen seines wertvollen Pelzes gejagt. Allein im Amazonasbecken wurden damals jährlich etwa 15 000 Jaguare erlegt! Zum Glück ist dieses maßlose Gemetzel beizeiten unterbunden worden.
siehe Grafik rechts: Ehemalige Einzugsgebiete (rote Flächen) des Jaguars / bestehende Einzugsgebiete (grüne Flächen)
Heute droht dem Jaguar aber erneut Gefahr durch die fortschreitende Abholzung der südamerikanischen Tropenwälder. Für sein Überleben ist von grösster Bedeutung, dass möglichst viele der noch unberührten Naturlandschaften unter Schutz gestellt werden.
F.A.W.N. unterstützt Schutzprojekte zum Erhalt dieses charismatischen Tieres, z.B. den Madidi - Nationalpark in Bolivien oder das Jaguar-Cockscomb- Wildlife- Schutzgebiet in Belize.

